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„Golf ist einfach ein wunderbarer Sport

Tim Longley ist Teaching Professional, also professioneller Golftrainer, im Golfclub Wildenrath bei Wegberg im Kreis Heinsberg. Im Interview gibt er Tipps für Einsteiger und betont die körperlichen Vorteile des Spiels auf dem gepflegten Grün.

Foto: Golfclub Wildenrath

Herr Longley, Sie unterrichten seit Jahren Einsteiger und Fortgeschrittene beim Abschlagen, Putten, Chippen und anderen Feinheiten des Golfsports. Für wen eignet sich Golf eigentlich?

Tim Longley: Früher war das Golfspielen sehr exklusiv und wurde vielfach nur von wohlhabenden oder älteren Herrschaften betrieben. Das ist heute anders, es spielen Männer und Frauen aus allen Altersklassen in ihrer Freizeit Golf. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche entdecken Golf für sich, was mich sehr freut. Denn sie erlangen durch regelmäßiges Training in jungen Jahren viele Vorteile, die lebenslang erhalten bleiben. Zum Beispiel Routine und Konzentration, aber auch körperliche Fitness.

Was müssen Einsteiger beachten, auch körperlich?

Es gibt grundsätzlich nichts, was jemanden am Golfspielen hindern könnte. Erfahrene Trainer unterrichten die Techniken, die auf die persönlichen Bedürfnisse und Anforderungen zugeschnitten sind. Auch im Vorfeld muss niemand sich erst körperlich trainieren, um mit dem Golf starten zu können. Das kommt durch die kilometerlangen Märsche über den Platz und die Abschläge nach und nach von selbst. Wichtig ist einfach, den richtigen Trainer zu finden, der individuell trainiert. Auch Ausrüstung braucht man nicht viel, gutes Schuhwerk und Sportkleidung reichen aus. Schläger stellt der Trainer. Größere Investitionen sollten Golfer erst tätigen, wenn sie wirklich dabei bleiben wollen; dann kann ihnen ihr Trainer auch bei der Auswahl von Schlägern und mehr behilflich sein. Die Platzreife ist die Grundvoraussetzung dafür, auf dem Platz spielen zu dürfen.

Welche Hindernisse warten aus Ihrer Erfahrung auf Anfängr, die die Platzreife erlangen wollen?

Bei der Platzreife gilt genauso wie beim generellen Einstieg: Es gibt keine Hindernisse. Spieler müssen sich nur die Zeit nehmen, mit ihrem Trainer die notwendigen Programme zu absolvieren. Daran hakt es manchmal, aber auf Talent oder auch Vorerfahrungen kommt es überhaupt nicht an. Ich habe Schüler, die beispielsweise überhaupt kein Ballgefühl hatten, aber heute wirklich gute Golfer sind. Es geht darum, das eigene Talent zu entdecken – jeder kann es schaffen.

Wie geht es nach der Platzreife weiter?

Wichtig ist, dass Golfer Training und Spiel kombinieren, um sich so kontinuierlich zu verbessern und Fehler aus dem Spiel auszumerzen. Deshalb sollten auch nach der

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Platzreife regelmäßig Stunden bei einem Trainer belegt werden, der zum Schüler passt. Natürlich spielt dabei auch der Zeitfaktor eine Rolle, aber ich rate dazu, einmal wöchentlich eine Trainingsstunde zu nehmen und ebenso einmal wöchentlich eine Runde zu spielen.

Ein Wort zum Schluss: Was ist für Sie das Besondere am Golf?

Golf ist einfach ein wunderbarer Sport. Es hat einen enormen Erholungseffekt und Fitnessfaktor, der Spieler kann sich immer wieder verbessern und steht in einem doppelten Wettkampf: mit anderen und mit sich selbst. Dazu kommt der Einklang mit der Natur.

Das Interview führte Patrick Peters

Dieser Artikel stammt aus: meinRheinland Ausgabe 3/14 S.42